Normalerweise ist jetzt die Zeit, zu der unzählige, wichtige Arbeitskräfte aus Ländern wie Polen, Ungarn oder Rumänien zu uns kommen, um die ersten Erzeugnisse auf den Feldern einzuholen. Nicht so in diesem Frühjahr, denn Grenzen zu Nachbarländern werden geschlossen und Einreisebestimmungen nur noch selten bis gar nicht mehr erteilt, um das Virus, so gut es geht einzudämmen. Was aber bedeutet das für unsere Landwirtschaft und die diesjährige Ernte? Wirken sich die fehlenden Saisonarbeiter schon bald auf unsere Gemüse-Regale und die Preise der Produkte aus?
Wir haben hierzu mit Christa vom Spargelhof Wöhler in Burgwedel/ Fuhrberg gesprochen. Der Familienbetrieb produziert seit Jahren Gemüse in Bioland-Qualität. Am bekanntesten sind sie für ihren Spargel, hier steht aktuell die erste Ernte bevor.
Wenn die Spargelsaison anbricht, heißt es täglich raus auf‘s Feld
um zu ernten, bis die Saison endet. Diese Tatsache und die fehlenden
Arbeiter, die teilweise seit vielen Jahren in Folge zur Unterstützung
der Ernte auf den Hof kommen, bedeuten einen enormen logistischen
Aufwand für den Betrieb. So gut es geht versucht sich das
Familienunternehmen auf die Haupterntezeit einzustellen, indem weitere
Maschinen angeschafft, oder Vorstellungsgespräche mit freiwilligen
Helfern geführt werden. „Die ungelernten Kräfte arbeiten deutlich
langsamer und viele der Helfer brechen leider wieder ab, da sie sich die
schwere Arbeit auf den Feldern nicht vorstellen können. So kommt die
Ware in geringeren Mengen und deutlich später auf den Hof“ erzählt uns
Christa. Auch wenn sie dankbar über das zahlreiche Hilfsangebot sind,
die über das Portal ‚Das Land hilft‘ zu ihnen gelangen, so müssten sie
sich jetzt schon auf große Einbußen in der Ernte einstellen. Trotz aller
Unsicherheiten wie den klimatischen Bedingungen, die Einnahmen über den
Hofladen oder dem Verkauf an umliegende Restaurants, bleibt Familie
Wöhler hoffnungsvoll. Die Gemüsekiste bekomme auf jeden Fall wieder
frischen Spargel. Dass die Preise in diesem Jahr leicht ansteigen, um
Arbeiter gerade bei der hohen Belastung weiterhin auf Stundenlohnbasis
und nicht auf Akkord bezahlen zu können, sei allerdings auch absehbar,
so Christa.
An dieser Stelle möchten wir uns für die Offenheit von Christa Wöhler zu dem Thema bedanken.
Wie dem Hof Wöhler ergeht es derzeit vielen unserer Partner-Betriebe. Überall kann es daher zu erhöhten Preisen kommen. Wie dabei die Preise genau ausfallen werden, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einschätzen. Wir hoffen aber, Sie mit diesem Beitrag für das Thema sensibilisieren zu können und bitten um Ihr Verständnis.