GWÖ - Wir haben es geschafft! Wir sind offiziell Gemeinwohl-zertifiziert!

Ist der Beitrag eines Unternehmens zum Gemeinwohl eigentlich messbar? Wir haben den Versuch gewagt – Die Gemüsekiste hat 2019 ihre erste Gemeinwohl-Bilanz erstellt und wurde frisch zertifiziert.

Zusammen mit zwei weiteren Betrieben, der Praxis „TherapieZeitRaum“, sowie Contigo Fairtrade, haben wir in einem mehrmonatigen Prozess alle Betriebsabläufe nach den Kriterien der Gemeinwohl-Ökonomie durchleuchtet und eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt. Am 19.02.2020 wurden die Zertifikate in den Räumen der Gemüsekiste feierlich überreicht.

Personen auf dem Bild (v. l. n. r.): Gerd Lauermann (GWÖ-Berater), Ralph Wüstefeld (Contigo Fairtrade), Dirk Breitenbach (TherapieZeitRaum), Barbara Knoben (GWÖ-Beraterin), Claus Schacht-Gaida (Bürgermeister Stadt Hemmingen) und Matthias Rönicke (Gemüsekiste OHG)  



Über die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) - ecogood.org

Allgemein versteht sich die Gemeinwohl-Ökonomie als Aufbruch zu einer ethischen Marktwirtschaft, deren Ziel nicht die Vermehrung von Geldkapital ist, sondern die das Geld als Mittel zu einem Zweck versteht. Kernstück der Zertifizierung ist die Gemeinwohl-Matrix, die den teilnehmenden Organisationen und Unternehmen ein Raster bietet, mit dem sie eine ethische Bilanz erstellen und die Ausrichtung ihrer Arbeit am Gemeinwohl überprüfen können (weitere Infos unter ecogood.org).


An unserem Beispiel wird deutlich, dass wir uns Punkte ansehen, die es in sich haben:

-              Menschenwürde in der Zulieferungskette

-              Abhängigkeit von ökologisch bedenklichen Ressourcen oder

-              ethische Haltung im Umgang mit Geldmitteln.

Die Bilanz wird zunächst als Selbsteinschätzung in einem Bericht erstellt. Anschließend werden die darin enthaltenen Angaben von einem externen GWÖ-Auditor geprüft und bewertet. Ein Punktesystem ermöglicht den direkten Vergleich zwischen der Selbsteinschätzung des Unternehmens und der Fremdeinschätzung des externen GWÖ-Auditors. Das Resultat wird im Audit-Bericht festgehalten. Im dazugehörigen Testat wird die Bilanz als Ganzes öffentlich bekanntgemacht. Dadurch werden Beiträge von Unternehmen zum Gemeinwohl direkt miteinander vergleichbar.


„Wir sind zum ersten Mal dabei und haben im Prozess festgestellt, dass die Kriterien sicherlich in unserer Philosophie schon immer irgendwo im Hinterkopf verankert waren. Aber jetzt werden diese Punkte greifbar und nachvollziehbar. Die Gemeinwohl-Ökonomie wirkt intern als eine Art Wertekompass“ erklärt Matthias Rönicke, einer der beiden Geschäftsführer der Gemüsekiste.

Die Gemüsekiste hat ein Gesamtresultat von ca. 700 Punkten erreicht. Dabei wird eine Skala von minus 3600 bis plus 1000 Punkten angelegt. Die erste Bilanzierung sieht die Gemüsekiste als Anstoß eines Prozesses, der damit nicht zu Ende ist, sondern langfristig weitergeführt wird.

Hier lesen Sie den kompletten GWÖ-Bericht 2017/2018