Spanienreise - Besuch unserer spanischen Erzeuger

Ein Bericht von Michaela Rönicke, Marketingabteilung der Gemüsekiste

Ende Mai, Anfang Juni hatte ich die Gelegenheit, einige unserer spanischen Erzeuger in Spanien zu besuchen und mir ein Bild von ihrer Arbeit vor Ort zu machen, sie kennenzulernen und mit ihnen über den biologischen Anbau zu sprechen.

Diese wirklich spannende Reise führte mich mit meiner Reisegruppe mehrere Abo-Betriebe aus Deutschland, Bioläden und Erzeuger einmal quer durch Spanien von Loja (in der Nähe von Granada) im Süden, durch das Hinterland von Almería, von Valencia im Osten der Iberischen Halbinsel, bis nach Épila im nördlichen Landesinneren.

Ich konnte bei unseren spanischen Erzeugern verschiedene Blattgemüse, Fruchtgemüse, Steinobst, Kernobst und Zitrusfrüchte bestaunen und natürlich die reifen Früchte auch ausreichend probieren. Jeder einzelne Produzent von ihnen hatte seine eigene Ausrichtung und sein Spezialgebiet. Aber alle hatten etwas gemeinsam: Sie haben sich konsequent und bereits über einen sehr langen Zeitraum dem Bio-Anbau verschrieben. Viele Erzeuger bauen bereits seit Mitte/Ende der 90er Jahre nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus an. Damals stand der biologische Anbau in Spanien noch in den Kinderschuhen und auch heute hat dieser biologische Anbau noch nicht den Stellenwert, den er bei uns hat. Die Anbaufläche für biologische Produkte ist in Spanien zwar überproportional gewachsen, der Binnenmarkt profitiert davon jedoch wenig: Mehr als 80 Prozent der Waren gehen ins Ausland.

Bio-Lebensmittel auch für Spanien

Deutlich zu spüren war auf meiner Reise, dass unsere spanischen Produzenten,  leidenschaftlich  hinter dem Bio-Gedanken stehen und dementsprechend handeln. So sehen viele ihre Aufgabe darin, ihre biologisch erzeugten,  Bio-Lebensmittel nicht nur zu exportieren, sondern auch auf dem heimischen Markt anzubieten. Die Initiative: „Terra Y Xufa“ (unter anderem Kohlgemüse und Erdmandeln) bietet seine Produkte zusammen mit anderen kleinen Bio-Produzenten in der Markthalle von Valencia an und „Ecosur“ (u.a. Auberginen, Tomaten, Melonen), betreibt in Almería und Aguadulce zwei Bioläden. Geleitet wird die Initiative  „Terra Y Xufa“ von  Enric Navarro. Dieser lehrt auch an der ökologischen Landbauschule „Cartaroja“ in Valencia als Dozent. Diese Schule wurde von Vincent Borras, Professor für Phytopathologie mitgegründet. Ein Ziel der Landbauschule ist es, junge Menschen für die ökologische Landwirtschaft zu begeistern und somit Arbeitsplätze zu schaffen. In Spanien beträgt die Jugendarbeitslosigkeit je nach Region bis zu über 50%. Es wurden bisher zahlreiche kleine landwirtschaftliche Betriebe gegründet, die versuchen Ihre Produkte auf den lokalen Märkten in und um Valencia zu vermarkten. Weiterhin wird durch die Bewirtschaftung von Flächen der „Huerta di Valencia“  (das Gebiet um die Stadt Valencia – UNESCO Weltkulturerbe!) deren weitere Bebauung vermindert. In den letzten Jahrzehnten sind ca. 200ha von den ursprünglich 600 ha der „Huerta“ bebaut worden. Durch die Bewirtschaftung der Flächen kann die Bebauung zumindest eingeschränkt werden.

Die vielen Kilometer, die wir quer durch Spanien gereist sind, haben sich auf jeden Fall gelohnt. Seine Produzenten vor Ort zu kennen, bringt viele Vorteile mit sich. Sich vor Ort einen Überblick über die Anbaubedingungen, den Vertrieb, die Bewässerung, die Qualität der Ware, die Stimmung vor Ort, auch bei den Mitarbeitern zu machen, war großartig. Auch wenn regionale Ware bei uns in der Gemüsekiste einen sehr hohen Stellenwert hat, so brauchen wir doch unsere europäischen Nachbarn, die uns mit Ware ergänzen können, die es in unserem Klima einfach nicht schafft – eine tolle Sache, eine tolle Reise.

Bild 1: Biobec - Jose Felix Becceril

Bild 2: Biotomate - José Miguel Castillo

Bild 3: Ecosur - Franciso Lonzano

Bild 4:Terra i Xufa - Enric Navarro

Bild 5: Al Arbuli - Ginès Garcia

Bild 6: Biosanz - José Miguel Sanz

Bild 7: Huertas Bajas - Pepé

Bild 8: Terra i Xufa - Vincent Borras


Bilder

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