Warum Bioland-Honig anders ist, als manch anderer Honig

Frage: Was macht Ihr anders als andere Imker?

Mark Reinert: „Wir arbeiten nach den Richtlinien der biologischen Landwirtschaft, bzw. Bioland-Imkerei. Die Einhaltung dieser Richtlinien wird bei uns im Betrieb jedes Jahr von einer Kontrollstelle überprüft. Wir müssen dabei alle Produkte, die den Betrieb verlassen, wie zum Beispiel Honig, oder Bienenwachs in der Menge und Bio-Deklaration angeben. Genauso werden alle eingekauften Waren, vor allem Bienenwachs, Bio-Futter, Zukaufhonige, Medikamente auf Menge und Bio-Herkunft hin überprüft. Der Kontrolleur guckt sich auch die Bienenstandplätze an und wir müssen unser Gesundheitsmanagement erklären und vorlegen.“

Was steht denn in den Bioland-Richtlinien für Imker konkret drin?

M. Reinert: „ Die Bienen dürfen zum Beispiel nicht direkt an konventionellen Ackerflächen stehen. Wir wählen die Standorte sehr sorgfältig und schauen, dass keine unmittelbaren Einträge aus den Pflanzenschutzmaßnahmen der Landwirtschaft auf die Bienen einwirken. Schon aus eigenem Interesse! Wir können natürlich nicht verhindern, dass die Bienen auch zum Beispiel Rapsblüten anfliegen, die gespritzt wurden. Aber wir bemühen uns auch, Bio-Rapsfelder ausfindig zu machen und die Bienen dann dort aufzustellen. Grundsätzlich können wir unsere Völker an ökologisch bewirtschafteten Flächen aufstellen. Das machen wir nicht nur beim Raps, sondern auch bei Bioland-Obstplantagen im Alten Land oder auf dem Bickbeernhof von Sylke Herse. Hier erbringen die Bienen auch gleichzeitig eine wichtige Bestäubungsleistung! Natürlich können wir nicht bestimmen wo die Bienen hinfliegen, aber wir können es beeinflussen!“

Was sind weitere Punkte an die Ihr Euch haltet?

M. Reinert: „Unsere Bienenkisten, die Wohnungen der Bienen, sind komplett aus Holz gefertigt und nicht verleimt. Ebenso verwenden wir keine chemischen Anstriche. Von den meisten Imkern werden Styroporbeuten eingesetzt. Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft das Bienenwachs. Bioland hat für das Bienenwachs eigene Richtlinien entworfen. Das Wachs ist sozusagen die Bienenstube, in der junge Bienen aufgezogen werden und Honig und Pollen gelagert werden. Daher ist hier besondere Sorgfalt geboten. Wachs hat die Eigenschaft, dass sich im Laufe der Zeit Schadstoffe ansammeln. Daher ist es wichtig, regelmäßig neues Wachs einzubringen und das „alte“ Wachs zu entfernen. Neuwachs, dass in die Bienenvölker eingebracht wird, darf bei Bioland nur aus frischem Wachs mit denen die Bienen zum Beispiel Honig verdeckelt haben bestehen oder aus jungen frisch gebauten Waben. Hier gibt es im allgemeinen Imker-Betrieb keine konkreten Vorgaben.“

Müssen die Bienen nicht auch gefüttert werden, wenn der böse Imker den Honig geklaut hat?

M. Reinert: „Ja, genau. Bioland-Imker dürfen hier nur Bioland-Honig einsetzen oder wie es meistens der Fall ist, eine Zuckersirup-Lösung füttern, die aus Bioland-Zucker hergestellt wurde. Der Zucker sollte zudem aus heimischen Rübenanbau kommen. Damit möchte man den Bio-Anbau fördern und nicht Zucker von Flächen kaufen auf denen gespritzt wurde.“

Wie sieht es bei der Behandlung von Krankheiten aus? Da macht doch eine bestimmte Milbe immer Probleme?

M. Reinert: „Der Bioland-Imker nimmt hier nur wenige Mittel, die zugelassen sind. Meistens sind dies organische Säuren, die keine Rückstände im Wachs und Honig hinterlassen. Wir behandeln unsere Bienen im Spätsommer und Herbst mit Ameisensäure und im Winter mit Oxalsäure. Zudem entnehmen wir viele Brutwaben aus den Völkern, in denen sich die Varroamilbe aufhält und vermehrt und bilden daraus neue Jungvölker. Somit entnehmen wir dem Volk im Laufe des Sommers viele schädliche Varroamilben. In der konventionellen Imkerei werden auch Antibiotika und andere chemische Medikamente eingesetzt, die in Honig und im Wachs nachweisbar sind.“

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

Weitere infos über Bioland-Honig und die Imkerei Beienwerk Suderbruch finden Sie hier:

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